22.2.06

Albträume am Küchentisch


Mit großer Neugier begab ich mich gestern Abend mit 3 Freunden in die Welt von Doom - das Brettspiel. Ja, ihr habt richtig gehört. Als Grundlage dient das PC Spiel Doom3, dass ja auch bereits durch die Verfilmung und die Romane kommerziell ausgeschlachtet wurde. Das Brettspiel schließt die Lücke zwischen herkömmlichen Brettspielen, die sehr zufallsorientiert funktionieren und Pen&Paper Rollenspielen, bei denen völlige Freiheit über die Handlungen herrscht. Ideal also für die Jenigen, denen Monopoly nun doch mal zu langweilig geworden ist.

Man braucht einen Spielleiter der alle Höllenkreaturen spielt, das Szenario voranbringt und leicht sadistisch veranlagt ist. Und 1-3 Spieler die in die Rollen der Marines schlüpfen. Wie im klassischen Konflikt-Simluationsspiel (KoSims) kämpfen 2 Parteien gegeneinander. Der Spielleiter hat das Ziel 6 Mal Spieler in den Boden zu stampfen, wohingegen die Marines den Ausgang aus den bluttriefenden Korridoren finden müssen um von der infiltrierten Marsstation zu flüchten. Wer seine Mission zuerst erledigt, gewinnt das Spiel.

Die Monster sind detailgetreu aus dem PC Spiel übernommene Plastik-Miniaturfiguren, auch die Korridore, die je nach Szenario unterschiedlich zusammengesteckt werden sind exakte Kopien derer aus der PC Variante. Insgesamt ist die Aufmachung des Spiels sehr hochwertig. Sowas sieht man nur selten, allein deswegen würde ich das Spiel schon kaufen ;-).

Die Regeln sind anfangs sehr komplex. Wer allerdings P&P Rollenspiele wie z.B. Shadowrun gewöhnt ist, der dürfte einen kleinen Vorteil haben mit den Reichweiten, den Waffenfertigkeiten und dem Schaden zurechtzukommen. Es ist sinnvoll einfach drauf los zu Spielen und sich die Regeln dabei einzuprägen. Nach etwa 2 Stunden hatten wir soweit alles verstanden und die Kampfhandlungen liefen flüssiger.

Grob erklärt funktioniert Doom - Das Brettspiel so:

Das ganze Spiel ist runden basierend, jeder ist nach dem anderen dran. Der Spielleiter zuletzt. Die Spieler bewegen sich und erkunden die Räume.
Dabei finden die Marines Waffen, Munition, Ausrüstung oder im schlechtesten Fall - Monster! Der Spielleiter lässt besondere Ereignisse wirken, die er anhand von Spielkarten auswählt. Die Spieler reagieren nacheinander auf die Situation (Kampf, Flucht, etc.). Wichtig dabei: Ohne Muni kein Schuss! Macht aber nichts, die Marines können auch mit ihren Händen zuschlagen. Von Spielbeginn an besitzt jeder Spieler zusätzlich noch eine Pistole. Nachdem der Angriff erfolgt ist, wird der Schaden den die Waffen macht mit der Panzerung des Opfers ab geglichen. Dadurch wird der tatsächliche Schaden ermittelt. Das geschieht mit speziellen farbigen Würfeln die dem Spiel beiliegen und Übersichtskarten mit den Werten der Waffen und der Monster, die jeder Spieler erhält.
Verläuft ein Angriff tödlich werden die Kills notiert (z.B. Zombies: 2).
Dies ist für die Punktevergabe am Ende des Szenarios wichtig.

Es gibt noch viele Elemente die das Spiel sehr interessant machen, z.B. die Möglichkeit in die Handlung des Spielleiters einzugreifen oder besondere Fähigkeiten der Spieler die die Individualität des Charakters ausweiten.

Jede Runde Doom ist anders als die letzte. Die Gestaltung der Abenteuer obliegt voll und ganz dem Spielleiter und seinen Spielern.

Das Spiel ist für jeden etwas der auf Taktik, Spannung und beklemmende Atmosphäre jenseits des Computers Lust hat.